Restaurierung und Erweiterung eines historischen Schlosses
Einige der Gebäudeteile stammen aus dem 13. Jahrhundert. Das Schloss wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach belagert, erobert, beschädigt und umgebaut. Nachdem 1969 die letzten Nutzer das Gebäude verließen, drohte es zu zerfallen. Witterung und Feuchtigkeit zerstörten nahezu vollständig die Bedachung, wodurch auch gravierende Schäden im Inneren entstanden. Bis 1988 war die gesamte historische Innenarchitektur vernichtet.
Die Westdeutsche Landesbank AG erwarb das völlig desolate Schloss im Jahr 1986, um es durch umfangreiche Sanierungsarbeiten und ergänzende Neubauten zu einer Fortbildungsakademie umbauen zu lassen.
Lindner Architekten, mit dieser anspruchsvollen Aufgabe betraut, sahen sich vor eine große Herausforderung gestellt. Über die reine Restaurierung hinaus mussten weitreichende Maßnahmen ergriffen werden, um historische Substanz zu retten. Erhaltenswerte Ausstattungsdetails wurden ausgebaut, rekonstruiert und restauriert.
Aufgrund eines massiven Schwammbefalls musste das Schloss bis auf die Grundmauern zurückgebaut werden. Die Vorburg wurde vollständig entkernt. Besonders wertvoll waren die kulturhistorisch bedeutenden barocken Eichendachstühle – die ältesten ihrer Art im Rheinland –, die gerettet werden konnten.
Lindner Architekten entwickelten ein neues Seminarhaus, das – neben dem wiederhergestellten Ensemble aus Schloss und Vorburg – ein neues Gästehaus sowie einen Freizeitbereich umfasst.
Das Gästehaus und der Freizeitbereich wurden behutsam in das historische Ensemble eingefügt. Die schlichte Gestaltung des Gästehauses stellt sicher, dass der Blick nicht von der Pracht des Schlosses abgelenkt wird.